Das weise und in unserer Gesellschaft verbannte vierte Grundgefühl

Blog 18.12.2015

Christoph Steinbach Blog 20151218 Titelbild viertes Grundgefühl

Unsere Welt und unser Zusammenleben könnte grundlegend anders sein: Freier, kreativer, liebevoller, gesünder. Wenn wir unsere Gefühle, und vor allem das vierte, empfinden würden, anstatt es weghaben zu wollen.

Diese Reise in die Welt des Fühlens erfordert Mut. Denn uns selbst zu empfinden war nicht immer erwünscht. Die folgenden Schritte können den Umgang mit dir selbst tiefgreifend wandeln:

Schritt 1

Suche im Netz nach ‹Grundgefühlen›. Der Stand unserer Psychologie und Wissenschaft ist: «Freude, Wut, Ekel, Furcht, Verachtung, Trauer, Traurigkeit, Überraschung, Interesse-Neugier, Ärger, Scham, Schuld, Unlust, Lust, Begehren, Begierde, Zorn, Mut, Neid, Freundschaft, Hass, Sehnsucht, Eifer, Mitleid, Verwunderung, Liebe, …»

Die meisten von diesen sind keine reinen Gefühle. Sondern eine Mischung aus Denken, Fühlen und teils auch Körperempfinden. Prüfe in dir selbst, wie viel du in Verachtung, Trauer, Schuld, Begierde, Neid, Sehnsucht und Eifer denkst! Das zugrundeliegende Gedankenkonstrukt ist ein wesentlicher Bestandteil des benannten Erlebens. Ahne, wie viel Verachtung, Trauer, Schuld, Begierde, Neid, Sehnsucht, Eifer noch in dir verbleiben würde, wenn dein Denken still wäre…

Reine Gefühle haben keinen Gedankenanteil und nur sieben der oben gelisteten Ausdrücke sind reine Gefühle. Nur vier der sieben sind Grundgefühle, aus denen sich die anderen als Mischung ergeben. Und zwei Grundgefühle fehlen: Das erste ist die Angst – zumeist wird nur die Furcht genannt. In Furcht denken wir jedoch – wir sagen, dass wir «Furcht vor etwas» haben. Dieses ‹Etwas› ist der Gedankenanteil. Wenn der Tiger vor uns steht, haben wir keine Furcht mehr, sondern reine Angst.

In kaum einer im Netz gefundenen Beschreibung unseres Fühlens ist das vierte Grundgefühl erwähnt. Es fehlt und wird auch in der Fachliteratur nicht erwähnt. Der Verstand von Millionen von Menschen unserer westlichen Welt möchte das Folgende nicht wahrhaben. Bitte lies die Worte mit deinem Herzen und prüfe, ob es wahr ist…

Schritt 2

Jeder von uns hat eine Stimmung. In jedem Moment ist ein Empfinden in uns, das mal hoch, mal mittel, mal etwas niedrig und mitunter auch tief ist. Es ist die wahre, aufrichtige Antwort auf die Frage: «Wie geht es dir?» Wenn du zu den mutigen Menschen gehörst, die sich selbst fühlen: Nimm deine Stimmung über mehrere Tage hinweg bewusst wahr und notiere sie in einem Tagebuch.

Schritt 3

Finde alle Grundgefühle in deinem eigenen Empfinden. Freude ist offenkundig. Jeder möchte sie am liebsten ständig haben und deshalb blickt sie uns auch allgegenwärtig aus der Werbung an. Angst ist ein elementares Gefühl eines jeden Menschen. Kaum jemand ist von ihr befreit und oftmals liegt sie still und leise in uns. Wut ist kaum wegzudiskutieren. Traurigkeit wird uns als etwas Schwerwiegendes anerzogen und ist dennoch dabei, immer mehr soziale Anerkennung zu gewinnen. Liebe ist in erster Linie ein eigenes Empfinden! In einer Mimik aus Strichen ist sie kaum darzustellen, da Augen auf Computerbildschirmen nicht strahlen können. Zudem ist sie die tiefe Verbundenheit zwischen uns Menschen und Wesen.

Schritt 4

Erforsche unseren Sprachgebrauch und forsche zugleich weiter in dir: Unsere ‹hohe Stimmung› und das Empfinden von Freude ist ein und dasselbe. Wer dieses erkannt hat, kommt zur wesentlichen Frage:

Wie nennst du dein Gefühl in einem Moment der tiefen Stimmung?

Jede Stimmung ist ein Empfinden und unser Fühlen ist selten ‹abgeschaltet›. Wut und Traurigkeit sind keine ‹schlechten› Gefühle und jeder, der seine Mitmenschen bewusst betrachtet, zum Beispiel in der U-Bahn, im Auto vor der Ampel im Berufsverkehr oder in einer langen Schlange vor der Kasse im Supermarkt, wird feststellen, dass wir eine tiefe Stimmung haben können, ohne dabei groß traurig oder wütend zu sein. Wir sind jetzt ‹bedrückt› oder ‹fühlen uns leer›. Auch dieses ist ein Gefühl! Ein Gefühl, das die Psychologie und alle Welt verschweigt. Atme tief in dich, denn das Folgende berührt eine tiefe Wunde in uns allen…

Der passendste Name für dieses Gefühl ist ‹Leid›. Allein schon dieses Wort ist in unserer Gesellschaft mit Unbehagen belegt. Wir machen etwas Großes daraus, schieben es am liebsten ins Theater, in die Therapie oder in ferne Länder. Niemand möchte etwas mit Leid zu tun haben. Dabei ist es eines unserer sechs Grundgefühle!

Wenn es dir gelingt, diesen Gedanken anzunehmen, bist du dir selbst näher als ein Großteil der ‹hoch›zivilisierten Menschen. Wenn du noch Kraft hast, forsche weiter: Glaubst du, dass uns die Natur, das Leben selbst, ein Gefühl geschenkt hat, nur um es nicht zu empfinden!?

Wir sind alle heute so geprägt, dass unser Verstand beim ersten Aufkommen von tiefer Stimmung sofort aufspringt, um DAGEGEN zu wirken. Wir gehen zum Kühlschrank, stopfen als aufmunternd angepriesene Produkte in uns, schalten allerlei Technik an, konsumieren und tun etwas, was uns in naher Zukunft das Leben kosten wird, wenn wir nicht bald innerlich umkehren:

Wir lenken uns von uns selbst ab.

Heilung

Wer macht deine Gefühle? Glaubst du, dass etwas im Außen oder jemand Fremdes dir deine Gefühle bestimmen kann? Es ist stets die eigene Seele, die Gefühle in uns hervorruft. Sie ist liebevoll und weise und so hat auch jeder Gefühlsausdruck einen tiefen Sinn. Freude ist ein Zeichen, auf einem, für die Seele, guten Weg zu sein. Wir sagen jetzt: «Es geht» mir gut. Leid ist ein Zeichen, dass etwas nicht in Ordnung ist im Hier und Jetzt, nicht stimmig, dass eine Korrektur der eigenen Bewegung, Ausrichtung, des Aufenthaltsorts nötig ist oder dass wir besser etwas Gehörtes oder selbst Gedachtes nicht tun sollten.

Unsere Welt wäre heiler, unsere Körper gesünder, unsere psychosomatischen Kliniken nicht mehr so überfüllt, wenn jeder von uns dieses erkennen und etwas ganz Naheliegendes tun würde:

Wenn du eine tiefe Stimmung in dir bemerkst (und wenn es deine Umstände zulassen): Halte inne! Atme ruhig, hole alle Aufmerksamkeit wach und bewusst zu dir selbst und wende dich liebevoll deinem Innern zu. Mache es dir warm, schön, sei mit dir, horche in dich hinein und nimm dich sozusagen selbst in den Arm. Nach einer Weile des Zusammenseins mit dir wird es dir entweder besser gehen oder du erhältst eine Ahnung, was zu tun oder zu unterlassen ist. Handle danach! Niemand weiß so gut, was für dich gut ist, wie deine eigene Seele!

Das Empfinden von Leid führt uns nach innen und dieses ist in der bunten Welt mitunter nötig, um unsere eigene Stimme in uns zu hören. Wer sich selbst im Leid achtsam trägt, erhält neue Impulse aus sich selbst heraus, wächst an ihnen und der innere Himmel wird klarer sein als zuvor.

Diese letzte Frage wird dich möglicherweise erschrecken: Gibt es Menschen, Institutionen, Berufsgruppen oder Unternehmen, die nicht möchten, dass wir Führung in uns selbst finden, dass wir stark in uns selbst sind?

Bitte prüfe das Gesagte in deinem eigenen Erleben und Umfeld und verbreite meine Worte, wenn du Wahrheit in ihnen findest. Zum Wohl unserer Beziehungen, unserer Kinder, unserer Welt und zu deinem eigenen Wohl.

Danke!

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